Bienvenidos zu unserem ersten wirklichen Blogeintrag, verfasst in einem authentischen Café in Palermo Soho, BA.
Vor fünf Tagen verlissen wir in Genf unser Abschiedskomitee und kurz danach die Schweiz mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Das Adiösagen fiel uns zwar schwer, jedoch freuen wir uns enorm auf die kommende Zeit in america latina.
Von da an ging alles rasch und reibungslos. Im 12h Flug von Madrid nach BA ergatterte Wegi sogar einen beinahe 1st Class Platz. Aus unerfindlichen Gründen fehlte vor ihm der Sitz, was ihm neidische Blicke und Kommentare einiger (langbeiniger) Mitreisender eintrug. Im Übrigen fühlten wir uns sicher, befand sich doch ein gewisser Javier Mascerano, auch bekannt unter
hombre con cojones, im selben Vogel (Wegi verpasste leider das gemeinsame Beweisfoto).
Angekommen bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ergriffen wir unser Gepäck und zielten an weibelnden Taxifahrern und Shuttlebusvertretern vorbei in den bus publico linea 8. Mit gutem Instinkt verliessen wir diesen dann am exakt richtigen Ort (ohne jegliche Ahnung noch einen Stadtplan zur Hand zu haben), bestiegen die Metro und fanden sofort unsere Unterkunft, ein sauberes und freundliches Hotel mit einem - und das ist wichtig - reich ausgestatteten Frühstücksbuffet. Dem Vernehmen nach soll sich dieses in einer brasilianischen Enklave befinden, hört man neben dem Spanisch der Angestellten doch einzig
obrigado, não, joga bonita usw.
Merci Rahel und amigas
Die darauf folgenden Tage in BA waren überaus lässig. Wir haben viel gesehen und erlebt und sind noch mehr gelaufen. Mittlerweile kennen wir uns auch schon sehr gut aus, wie Einheimische hangeln wir von Bus zu Metro zu Nahrungsmittelquelle zu Touristenfalle etc.
Obelisco und etwa 47 spurige Strasse (Hallo TCS und SVP)
La Boca
Puerto Madero
We follow...
Bundeshaus
Inselspital (oder Sonnenhof?)
Offenes Grab, Strasse und wohl reicher, aufgrund seines Namens allerdings gestrafter Bewohner des Cemeterio Recoleta
Mobilität
Kurz gesagt: BA ist ein Koloss, aber irgendwie doch ziemlich geordnet (ausser der Verkehr). Neben der wohl bekannten Tatsache, dass BA eher europäisch daherkommt und den sonstigen in Reiseführern zur Genüge beschriebenen Eigenheiten, möchten wir kurz zwei drei uns bis anhin unbekannte Aspekte vorstellen:
- Des Öfteren sieht man am Strassenrand eine lange Menschenschlange stehen, als ob Diego la mano de Dios Maradona persönlich Zältli verteilen würde. Bei näherem Hingucken merkt man jedoch, dass hier einfach auf den Bus gewartet wird so wies sich gehört im Sinne von first come first serve. Angesichts früherer Erfahrungen sowie den eher gegenteiligen Erlebnissen in der Metro (wer als erstes drinnen ist, erhält das bedingungslose Grundeinkommen!), erstaunt dies doch ziemlich.
- Wir Schweizer bezeichnen uns gerne als Nation von Velölern. Dies wird wohl auch begünstigt durch die Fahrwiese unserer Automobilisten (zumindest einiger), was man mit definitiver Sicherheit von den Argentiniern (und wohl allen Süd- und Mittelamerikanern) nicht behaupten kann. Trotzdem konnten wir in BA einerseits überraschend viele (waghalsige wenn nicht lebensmüde) ciclistas beobachten, die andererseits - und das hat uns noch mehr erstaunt - teilweise auf von der Strasse getrennten (!) Velowegen rollen.
- Die Empanadas in den richtigen Lokalen sind fantastico (es Merci o a Fischi). Ansonsten hatten wir bezüglich Preis-Leistungsverhältnis beim Essen nicht immer den richtigen Riecher, aber wir bleiben dran! Auf dem Foto rechts ein kulinarisch interessantes und lohnendes Erlebnis: Stand zum selber hamburgesas, Höt Dögs etc. machen.
- Argentinien fertigte am Freitag ("die Schmach von Cardiff") Chile mit 4:1 ab. Leider haben wir zu spät davon erfahren, es hätte im Monumental noch Plätze zur genüge gehabt.
- Die rund 9 stündige Busfahrt nach Montevideo (alle Schiffe waren bis auf die Luxusklasse bereits ausgebucht) war kurzweilig und angenehm, ausgenommen der Grenzübergang mitten in der finsteren Nacht. Wir singen hier ein kleines Lob auf Schengen Dublin. Gut 1,5 Stunden dauerte das Prozedere: Warten, Pässe abgeben, warten, Pässe zum zweiten Mal abgeben, warten, Beine vertreten, Gepäck durchleuchten lassen, warten, Gepäck öffnen, warten, warten... Und während all dem spielten die ca. 50 (!) Zollbeamten gemütlich mit Hunden, schlürften Kaffe und guckten Formel 1...
- Der allererste Eindruck von Montevideo (insbesondere unser Hostel): Progr
Nun stehen uns 3 relaxte Wochen Uruguay bevor, es bleibt zu hoffen dass das Wetter den anderen Weg einschlägt als in der Schweiz (zur Zeit ist es mit 20 Grad zwar nicht kalt, allerdings ständig bedeckt, was das Baden etwas unattraktiv macht). Wir melden uns bald wieder. Bis dahin möchten wir Euch ein erstes Rätsel aufgeben:
Was ist bzw. war wohl die grösste Fehlinvestition der städtischen Verwaltung von BA?
Wir werden während unserer Reise regelmässig solche Rätsel posten. Ihr könnt uns Eure Antworten irgendwie zukommen lassen (Mail, Kommentar im Blog etc.). Wer dabei jeweils die richtige (oder auch eine aus unserer Sicht kreative) Antwort gibt, erhält ein Strichli auf unserer Strichliliste. Die- oder derjenige, die bzw. der am 17. Mai 2012 am meisten Strichli gesammelt hat, erhält von uns ein kleines Präsent. Hasta pronto chicos!