Samstag, 31. Dezember 2011

Uns so begab es sich 2011

Wir wünschen allen (etwas zu spät, aber wir sind jetzt in Bolivien und passen uns den hiesigen Gepflogenheiten an) einen


Dieser Blog dient ja in erster Linie der sehr verkürzten Abbildung der Reise von Vera und Wegi. Deshalb stellen wir uns auch im folgenden Jahresrückblick ganz bescheiden in den Mittelpunkt:

Enero: Wir haben die zündende Idee: Am Neujahrstag den vollen Bäuchen und den schweren Köpfen trotzen und ab auf die Pist! Leider fällt die Belalpbahn den ganzen Morgen aus und tritt ihren Dienst erst dann an, als die ausgeschlafenen Yvonne und Stozger eintreffen, aber genau auf die Sekunde. Der Tag war trotzdem grosses Tennis!

Febrero: Wegi und Stocker springen bei den ersten Sonnenstrahlen in die Aare und schwimmen bei 5 Grad ein Stägli. Wir feiern Ruth- und Fischis Hochzeit.

Marzo: Lo lädt mit seinen Nati-Kollegen zu DEM Gourmetfeuerwek des Jahres inkl. Übernachtung ins Seedammplaza in Pfäffikon SZ (Wegis Geburtstagsgeschenk). Man kann den Künstlern über die Schultern schauen und erhält bei 6 Gängen 8 verschiedene vom Winzer eigens ausgesuchte Weine.

Avril: HBG schliesst die bisher beste NLB-Saison mit einem Sieg gegen Servette ab. Trotzdem musste wieder bis ganz zuletzt um den Klassenhalt gezittert werden. "Extra Jungs!" (O-Ton Zladi). Die Bussenkasse ist erneut prall gefüllt (danke Smili).

Mayo: Vera rennt an ihrem Geburtstag den GP in persönlicher Bestzeit. Das traditionelle Danach-Essen mit Fabienne, Beni und Co. darf natürlich nicht fehlen.

Junio: Yvi und Märsu heissen ab jetzt beide Müller, wir feiern ihre Hochzeit mit Vera als stolzer Treuzeugin.

Julio: 1 Woche Ferien in der heimeligen Alphütte „Mungaloch“ von Sonjas Familie im wunderschönen St. Antönien. Gewaschen wird draussen im Brunnen. Trotz Regen und zeitweise sogar Schnee (!) liessen wir uns Laune und den manchmal übertriebenen Aktionismus (Klettersteig) nicht verderben.

Agosto: Beide absolvieren wir unsere letzten Arbeitstage und brechen gleich darauf zu einer Wahnsinns-Velotour auf den Chasseral und wieder zurück auf. Wegi wird in einem aus drei Vereinen zusammengestellten All-Star-Team bei 35 Grad in Stäfa Schweizer Cupsieger im Feldhandball. Vera bricht sich zwei Rippen beim Putzen im Badezimmer, weshalb der Greifenseelauf auf sie warten muss. Das Horn am Schädel erinnert noch heute daran.

Septiembre: Steht ganz im Zeichen der Reisevorbereitungen und des Abschieds. An unserem Abschlussgrillfest platzt Veras Wohnung aus allen Nähten, es sei nochmals herzlich gedankt, wir hatten eine Riesenfreude! Wir verbringen auch noch ein paar Tage im Klöntal und bedrahteseln den Klausenpass.

Octubre: Endlich: Start unserer Reise inkl. Geburt des Blogs. Wir lernen Uruguay kennen und schätzen.

Noviembre: Wir werden zu Seefrau und -mann gekürt und joggen am Ende der Welt. 5 Wochen sind wir zu 4t unterwegs mit Manu und Tanja.

Diciembre: Mit unserer Abreise aus Argentinien und Chile ist auch der exzessive Fleich- und Weinkonsum (nei nei nei, so schlimm war es nicht) zumindest vorläufig Geschichte. Monat der Gegensätze: Wir bewegen uns zwischen 0 und 5000 M.ü.M. sowie <0 und 38 Grad. Gefeiert wird im sommerlichen Salta (Weihnachten) und im regnerischen Potosí (Silvester) auf 4000 M.ü.M.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Chao Argentina

Wie rasch doch die Zeit verfliegt. Weihnachten ist schon wieder Geschichte und wir verlassen Argentinien nun definitiv. Es warten 3 Tage Atacama-Wüste und dann endlich Bolivien auf uns. Wegi ist gespannt, was sich dort seit seinem letzten Besuch 2006 alles geändert hat und was nicht.

Die Städte Cordoba und Salta bildeten den Abschluss unseres Argentinienaufenthalts.

Cordoba ist eine sinnlos heisse, jedoch wunderschöne und sehr lebhafte Stadt. So sind die Strassen auch mitten in der Nacht noch gut gefüllt. Auf Empfehlung einer in Cordoba sesshaft gewordenen jungen Schweizerin, die wir zufällig (auf der Flucht vor der Hitze) getroffen haben, besuchten wir im Ausgangs- und Künstlerviertel einen grossen Nachtmärit, der wirklich Einiges zu bieten hatte (der Reiseführer verschweigt dieses sehr belebte Viertel).

Museo de la memoria in Gedenken an all die Gefolterten und Verschwundenen - leider geschlossen, merci!
Cordoba

Das waren noch Computerspiele
Am Tag darauf schauten wir im nahen Alta Gracia bei kühlen 38 Grad im Elternhaus von El Che (Guevara) vorbei, ein kleines aber feines Museum, übrigens unser erstes in Südamerika. Selbst Fidel und sein Buddy Hugo waren hier vor ein paar Jahren zu Besuch. Ah ja, nur der Vollständigkeit halber: Vera wurde erneut Opfer ihrer selbst. Ihr wisst schon, Schlüssel, Rucksack, Schlössli. Diesmal konnte Wegi Letzteres mit etwas Herumstochern überlisten.

Ein Narr wer denkt, die Glace bleibt Glace bei diesen Temperaturen
Che's berühmtes motocicleta (mit dem er seine prägenden Reisen unternahm)
El Che mit Ching u Chegu
Ungeliebte Bücher kann man verbrennen, verschenken oder damit die Wand eines Restaurants tapezieren
Und immer noch gab es locas, die in der Sonne sassen...
Auch wenn wir unser Hauptziel in Cordoba, das sich mit der Militärherrschaft in Argentinien befassende Museo de la memoria (in einem ehemaligen Folterknast untergebracht), wegen sehr besucherfreundlichen Öffnungszeiten nicht besuchen konnen, war die Stadt definitiv den Besuch wert. Nach 2 Tagen gings jedoch bereits mit dem Kühlschrank-Nachtbus weiter in den Norden nach Salta.

Dank Sämus Kontakten verbrachten wir die ersten vier Tage in Salta etwas ausserhalb im ruhigen und untouristischen Campo Quijano in einem Häuschen. Dort war Erholung angesagt und wir erstanden im Dorflädeli den wohl besten Rohschinken der südlichen Hemisphäre. Und endlich endlich entleerten sich auch einmal die Wolken. Nur hätte es nicht gleich eine Sintflut sein müssen, das Wasser strömte nämlich in unsere Zimmer (durch die Mauer!?).

So hiess unser Häuschen (und das in einer sonst nicht touristischen Ortschaft)
Uns so sah's aus
Znacht

Weltuntergang
Treue Mitbewohner
Hier konnten wir uns immerhin erklären, wo das Wasser reinfloss
Salta




Kitsch
Salta zu unseren Füssen
Bei einem Rivella...
...einem begabten músico lauschend (spielte einfach für sich und den Greis)
Nachdem wir am Nachmittag des 24. über Videoskype lange mit unseren Familien plauderten, feierten wir die nochebuena (Heiligabend) mit einer Hand voll Travellern aus aller Herren Länder und einigen salteños bei gutem Essen, viiiiel Wein, música und baile in unserem super Hostel in Salta-Stadt. Es war eine sehr lustige und gemütliche Runde und in der Tat otra Navidad und damti ein ganz spezielles Erlebnis. Und um Mitternacht chlepfte und häscherete es wie in der Schweiz am 1. August.

Jeder muss noch irgendetwas erledigen am 24.
Gefülltes pollo, Salat, Ofenhärpfel und Kürbis
Auch unter uns hatte es Füürlibuebe
Sin palabras
Zu Guter Letzt lösen wir noch das Rätsel auf: Bis Cordoba sassen wir bereits 175 Stunden, also mehr als eine Woche in Bussen, manche etwas bequemer als andere (wie gesagt, ohne Nahverkehr und ohne Touren). Und es werden noch viele weitere hinzukommen.


Vor dem Jahreswechel, den wir wohl in Uyuni bei der berühmten Salzwüste feiern werden, melden wir uns noch einmal mit einem kurzen persönlichen Jahresrückblick.

Bis die Tage!

Freitag, 23. Dezember 2011

Feliz Navidad!

Wir wünschen allen ein

Es grüssen Euch aus Salta

bei ca. 35 Grad und dementsprechend eher wenig weihnachtlicher Stimmung (für Schweizer Begriffe)


Aber wie man uns hier versichert hat: Es otra Navidad!

Samstag, 17. Dezember 2011

Andes, mar y vino

2011 neigt sich in rasanten Schritten dem Ende zu. Nach den wackligen Tagen auf dem Schiff brauchten wir wieder etwas solideres unter unseren Füssen und liessen uns in Bariloche nieder. Dort regnete es erst einmal, allerdings nur Vulkanasche. Ca. 100 km weiter westlich ist im Winter (=in unserem Sommer) der chilenische Vulkan Puyehe ausgebrochen und er räuspert sich immer noch.

In Bariloche erinnerte uns nicht nur Barri, die Landschaft (Berge, alles saftig grün, Seeli) und Holzhäuser an die Schweiz, sondern insbesondere die Schoggi, die hier in rauen Mengen angepriesen wird. Wir dürfen dabei neidlos zugeben: Die Argentinier verstehen ihr Handwerk!

Barri-loche
Schoggi ohne Ende
Wind ohne Ende
Von Zeit zu Zeit etwas übefordert angesichts der schieren Grösse

Schwarzer Gletscher (Ventisquero Negro)
Nach den ganzen Süssigkeiten stand ein "kurzer" (2x13stündige Busfahrt) Abstecher ans Meer zur Península Valdés an. Mit viel Glück fanden wir sogar Unterschlupf in einem der ganz wenigen Backpackers in Puerto Pirámides auf der Halbinsel selber. Normalerweise werden die Touristen vom grösseren Puerto Madryn her- und wieder zurückgeschleppt. Einziger kleiner Makel unserer Wahl: Die Betreiberin Diva machte ihrem Namen alle Ehre. Auf dem Programm standen Walbeobachtung und Halbinselrundfahrt.

Plötzlich über 30 Grad: Erfrischung bitter nötig
Ballena Franca Austral - Glattwal (trotz der Buggeli)
Das Glück des Fotografen
Romantisch: Ein Leben lang in der selben Partnerschaft - Pingüino de Magellanes

Seehunde und -elefanten. Orkas blieben uns leider verwehrt.
Guanacos
Wieder zurück in Bariloche gings auch gleich weiter nach Pucón, Chile. Nachdem Wegi an der Grenze bis auf die Knochen gefilzt wurde (wer einmal seine Geduld trainieren möchte, dem sei ein Grenzübertritt Argentinien - Chile wärmstens empfohlen), verbrachten wir am Fuss des immer räuchelnden Volcán Villarica in einer wunderschönen Umgebung die letzten beiden Tage zu viert. Alles stand für einmal im Zeichen des Wassers.

Heisse Vulkanthermen de noche
Volcán Villarica von Pucón aus
Laguna azul (wieso wohl?)
Nur sehr kurzer Schwumm, da 8 Grad (draussen immerhin knapp 30)
Adios chicas nach 5.5 Wochen Viersamkeit
Mendoza hiess unser nächstes Ziel. Immerhin hatten wir dort ein Date mit Sämu, einem alten Freund von Veras Familie (er flog kurz darauf für einige Zeit in die Schweiz). Leider mussten wir dafür Santiago de Chile und Valparaíso über die Kline springen lassen, das gehört halt auch zum Reisen, me cha nid z füfi u z weggli ha. Sämu ermöglichte uns Ausflüge, die dem Normaltraveller üblicherweise verwehrt bleiben. So besuchten wir mit Einheimischen fantastische Weingüter, durften vielen vielen asados beiwohnen und, man höre und staune, erkundeten auf Pferderücken die nahen Berge (im Nachhinein stellte sich heraus, dass wir für diese Tour mit privatem guía ca. 1/5 dessen bezahlten, was in Mendoza üblich wäre). Sämu nahm sich sehr viel Zeit für uns, mehr als einmal führten wir auf seiner Veranda bei einem/zwei/drei/... hervorragenden Glas Wein angeregte Gespräche bis spät in die Nacht.

Bevor wir das alles erleben durfen, mussten wir allerdings unten durch. Die zähe Busfahrt von Pucon nach Mendoza inkl. Grenzmarathon waren noch nicht genug. Endlich in Mendoza angekommen, wurde Vera prompt von einem geschickten Langfinger um ihr Portemonnaie inkl. Kreditkarte erleichtert. Glück im Unglück: Karte gesperrt, Bargeldbestand umgerechnet "nur" minus 30 Franken und die Pässe waren noch da (wollten ein Auto mieten, hatten aber danach keinen Bock mehr). Es hätte auch schlimmer kommen können: Die Traveller, die bei der Touristenpolizei vor und nach uns an der Reihe waren (man drückt sich dort quasi die Klinke in die Hand), waren sämtliche Wertgegenstände los. Die Moral der Geschicht: Cuidado!

Buenos días
Passstrasse zwischen Santiago und Mendoza (es gab auch einmal eine Eisenbahn)
Luna llena bei Sämu
Zu Besuch in der Bodega Azul
Weingüter ohne Ende
Gaucho Tag = Gesässschmerzen
Wer ist Willi Melliger?
Sämu und seine Nachbarin MaBel Díaz zu später Stunde
Rechts unsere Mietwohnung (links lebt ein argentinischer Automech und familia)
t
Inkl. Weinvorrat
Andengipfel > 5000 m.ü.M
Die restlichen Tage in Mendoza verbrachten wir angesichts der 35 Grad mit dahinschmelzen, einem geführten Trekking (immerhin dürfen wir uns jetzt Andinisten schimpfen), sowei einem Jogging für Wahnsinnige.

Mendoza ist sehr grün, ohne Bäume gäbe es kein Morgen
Trekking auf über 3000 m.ü.M.

Die Abkühlung ist nah
Wo ist W(eihnachtsbaum)
Zu guter Letzt haben wir uns ein neues Rätsel überlegt. Wie Ihr sicher schon gemerkt habt, reist man in Argentinien mehrheitlich mit dem Bus. Man kommt so am günstigsten an beinahe jedes gwünschte Ziel und lernt nebenbei auch Land und Leute besser kennen. Wir möchten deshalb von Euch wissen, wieviele Stunden wir wohl bereits in solchen Bussen verbracht haben. Dabei zählen wir die Ausflüge und Touren, die z.T. ebenfalls längere Bus- oder Autofahrten beinhalteten, nicht mit.

Chao chicos!