Vorab lassen wir Euch ein herzliches Dankeschön zukommen. Ihr habt uns aufmerksam verfolgt, uns Mails geschrieben, Kommentare verfasst etc. Diese Zeichen von Zuhause waren für uns immer sehr wichtig und ermöglichten uns letzten Endes, unsere Reise noch mehr zu geniessen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Berichte bisweilen etwas langfädig daherkamen, aber der Blog soll ja auch so etwas wie ein Vera-und-Wegi Tagebuch sein, das wir zurück in der Schweiz "tischelen" und in Albumform drucken werden.
Unsere erste Station in México hiess San Cristóbal de las Casas, eine lebendige und wunderschöne Kolonialstadt. Auch ein Berner merkt sofort, México ist reicher als viele andere lateinamerikanische Staaten. Umso mehr hat uns überrascht, wie günstig hier das Leben ist, Bolivien lässt grüssen.
| Adios Chicken buses (hier für einmal im traditionellen Kleid) |
| Zementierung der Ungleichheit: Schuhe putzen anstatt zur Schule gehen, für viel zu viele der traurige und folgenschwere Alltag |
| Wirklich nichts für Tierfreunde. Für einmal kommen die Hühner aufs Dach und nicht unter den Sitz |
| Also wirklich, wer nickt denn bei ??? einfach ein... Solche Bilder gäbe es zu Hunderten, hätte Wegi jedes Mal die Kamera gezückt |
| Angekommen in San Cristóbal de las Casas |
| Wohl die beste Aussicht, die wir kriegen konnten. Auf den Aussichtshügeln versperrten uns Pinien die Sicht |
| Käfer sind in México sehr beliebt, egal in welchem Zustand |
| Wir haben nicht gewusst, dass das Bier hier ab und zu auch in einer 1.25 Liter Flasche daherkommt, geleert wurde es trotzdem |
| Kartenspielen, ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Reise |
Von San Cristóbal aus unternahmen wir einen Zweitagesausflug nach Palenque, abermals eine bedeutende Maya-Stätte. Ganz ohne Komplikationen verlief dieser Trip jedoch nicht: Wer weiss denn schon, dass in México die Uhren anders ticken als in Guatemala? Und dann ist hier erst noch eine Stunde später, was so gar nicht mit unserem geographischen Sinn übereinstimmen will. He nu, wir erfuhrens, als uns der freundliche Mann am Schalter der Busgesellschaft verdutzt verriet, dass unser Bus schon fast eine Stunde auf der Strecke sei. Dumm nur, dass wir das Ticket schon gekauft hatten und Umbuchungen nur beschränkt möglich sind. Zum Glück sind die Buspreise in México bezahlbar. Leicht enerviert setzten wir uns in das nächste Gefährt und wurden 5 Stunden später in Palenque von einer feucht-schwülen Hitzewand begrüsst. Vielleicht war es das, was Wegi so aus der Bahn warf. Schon vor dem Znachtessen entleerte er seinen Magen und liess dann am Tisch keine Vernunft walten: Die eine Hälfte des bestellten Mahls liess er beschämt auf dem Teller zurück, die andere landete wenig später in der Kloschüssel. Bis ca. in der Mitte der Nacht plagte ihn dann auch noch Fieber, ehe am nächsten Morgen alles wieder normal schien - bis auf etwas schwache Beine, was ihn angesichts der steilen und hohen Tempel jedoch ziemlich ins Schwitzen brachte. Nun, trotz allem war es ein absolut lohnenswerter Ausflug.
| Ähm...ok, das wäre dann Palenque (Hasen spielten bei den Mayas eine wichtige Rolle) |
| Immer noch etwas käsig nach der Attacke des Vortags |
| Ein Schlänglein, das erste lebendige auf unserer Reise (in Kolumbien sahen wir einmal ein von einem Auto geköpftes) |
| Ein falscher Schritt und wir hätten wohl die Rega aufbieten müssen |
| Schattenschleicher |
Der letzte Tag in San Cristóbal stand neben einem Ausflug ins schöne Umland ganz im Zeichen von Wegis Haaren. Ein letztes Mal irrte er im riesigen Markt umher auf der Suche nach einem Coiffeur. Versteckt hinter den Ständen, die lebendige Hühner feilbieten, wurde er endlich fündig. Für umgerechnet 2 Franken (inkl. grosszügigem Trinkgeld) wurde die Wolle fachgerecht entfernt und nach getaner Arbeit der Kopf mit einem handelüblichen Staubsauger gesäubert (schon allein dafür hat sich der Preis gelohnt).
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| Mit einem ähnlichen, allerdings etwas älteren Modell wurde Wegis Kopf geputzt. Leider gibts kein Foto vom Originalschauplatz, Wegis fotographische Bemühungen haben in letzter Zeit etwas nachgelassen |
| In Höhlen nahe San Cristóbal, ein vor allem bei Einheimischen beliebtes Ausflugsziel |
| Die für diese Gegend typischen Pinienwälder sind ein wunderbares Erholungsgebiet. Es wäre allerdings noch deutlich schöner, wenn... |
| ...man etwas mehr an die eigene Gesundheit und Umwelt denken und deshalb das Auto nicht gleich zur Grillstelle mitnehmen würde |
Ganze 28 Jahre gibt es Vera nun schon, die Pyramiden von Teotihuacán (etwas ausserhalb der Stadt), die wir an ihrem Geburtstag unter höchster Anstrengung (hallo, wo bleibt unsere Form?) erklommen, sind schon einiges älter. Am Abend schmissen wir uns in die schönsten Kleider, die wir finden konnten, und liessen uns in einem französischen Gourmettempel namens "Le bouchon" (wo sich sonst vornehmlich Kravattenträger und Hochglanzweibchen rumtreiben) kulinarisch verwöhnen. Das geht hier in México, wie gesagt, es ist ziemlich günstig, auch die Luxusbeizen. Und da gönnt man sich einmal so etwas, und erntet nur Dünnpfiff. Das erste Mal überhaupt in Lateinamerika (zusammengezählt nun schon ca. ein Jahr) erwischte es auch Wegi, und zwar so richtig. Unsere Mägen sind sich halt nun eher einfacheren Eigen- und Strassenfood gewöhnt, mit Delikatessen à la française haben sie offensichtlich ihre liebe Mühe. Wir sehens so: Veras Geburtstag wurde dadurch nur noch unvergesslicher!
| Offenbar die drittgrösste Pyramide der Welt, Pirámide del Sol in Teotihuacán |
| Hier waren wir auf der Flucht vor drei ziemlich penetranten Zürcherinnen und posen vor der etwas kleineren Pirámide de la Luna |
Am Tag darauf erkundeten wir bleich und käsig die Riesenstadt (riesig ist definitv das falsche Wort, aber wir finden kein "grösseres"). Es gibt hier wirklich Einiges zu sehen, und wir gaben uns auch alle Mühe, mussten aber irgendeinmal nach ca. 8 Stunden von Bauchkrämpfen geplagt kapitulieren. Man muss wissen, aufgrund der Menschenmassen kann je nach Tageszeit die normalerweise nicht zeitintensive Rückkehr zur Unterkunft mit der U-Bahn schon mal 1.5 Stunden dauern.
Am definitiv letzten Tag stand neben der Bekämpfung unserer unerwünschten Darmgäste insbesondere packen auf dem Programm. Daneben versuchten wir, so gut wie möglich zu packen und schliesslich blieb auch noch etwas Zeit, um zu packen. Nach getaner Arbeit nutzten wir die letzten Stunden, um das Estadio Azteca, eines der grössten und geschichtsträchtigsten Fussballstadien der Welt, zu besichtigen (jaja, Wegis Wunsch).
| Wir waren bei mexikanischen Schülern äusserst beliebt für Interviews. Insgesamt 5 Mal standen wir Red und Antwort (verteilt in der ganzen Innenstadt) |
| Auch wenn der lästige Smog nicht wäre, würde man wohl das Ende der Stadt nicht sehen |
| Die riesige Plaza de la Constitución inkl. Monsterfahne und Fussgängerzone |
| México City hat ein grosses (alles ist gross hier) Verkehrsproblem mit entsprechenden Auswirkungen auf Klima, Augen und Lungen |
| Palacio de Bellas Artes |
| Auch einer der kleinsten Schweizer Kantone, den wohl nicht mal alle Schweizer kennen, ist prominent vertreten im Riesenmoloch México City |
| Monumento a la Independencia |
| Estadio Azteca, einst Spielplatz von Pele, Maradona, Thomas Häberli etc. |
| Auch das berühmteste Tor, das keines war, wurde hier erzielt (Maradonas Hand Gottes 1986) |
1. RUBRIK. UNSERE...
...absoluten Höhepunkte: Besteigung Cotopaxi (Ecu); Sprachschule Sucre (Bol); Islas Galapagos (Ecu); Wanderung Ciudad Perdida (Col); Menschen in Guatemala; Manu Chao Konzert Medellín (Col); Besuch Spiel der Boca Juniors (Arg)
...Lieblingsländer: Bolivia; Colombia; Argentina
...Lieblingsstädte: Sucre (Bol); Medellín (Col); Antigua (Gua); Montevideo (Uru)
...schönsten Tagesausflüge: Cataratas Iguazú (Arg); Glaciar Perito Moreno (Arg); Velotour San Pedro de Atacama (Chi)
...Lieblingsnahrung: Empanadas (Arg); Vino tinto y Cerveza (Arg/Chi); Jugos (überall)
...Lieblingsbeiz: Allerlei bei Chez Vera und Wegi (global); Steeeakk im El Federal Buenos Aires (Arg); Steeeeak und Vino in der Bodega Azúl Mendoza (Arg); Pizzziiii im Kulturzentrum Ciudad Móvil Cartagena (Col)
...Lieblingsunterkunft: Secret Garden Cotopaxi (Ecu); El Hogar, San Augustín (Col); Lleras Park Hostel, Medellín (Col); Hostel de la Viuda, Punta del Diablo (Uru); Guesthouse Jade, México City (Mex)
...angenehmste Busfahrt: Buenos Aires - Puerto Iguazú (Arg), 18 Stunden, Liegesitze, Decken, Kissen, DVD, gutes Essen, Wein, Whisky (!), kaum Bodenwellen (!!!)
...schlimmste Busfahrt: Córdoba - Salta (Arg, nur für Vera): Kaaalt, keine Decken, grosse Benzinwolke im Bus, mickriges Sandwich, idiotischer Busfahrer, noch idiotischerer Helfer
...bester Ausgang (auch wenn es knapp eine Hand voll gab, wir sind halt schon etwas gealtert): Montevideo (Uru); Sucre (Bol)
2. RUBRIK. AM...
...meisten Wein getrunken: Argentina
...meisten Bier getrunken: Süd- und Mittelamerika
...meisten Spanisch gelabert: Bolivia, Colombia
...wenigsten Spanisch gelabert: Ecuador
...meisten Zeit im Bus verbracht: Argentina
...meisten Ärger gehabt: Grenzübergang Peru/Ecuador
...meisten geshoppt: Bolivia
...meisten Sport getrieben: Bolivia (Volley, Joggen, Thaibo) und Uruguay (Joggen, Volley)
...meisten Geld liegen lassen (pro Tag): Ecuador
...wenigsten Geld liegen lassen (pro Tag): Bolivia, México
...meisten hat sich Wegi über Vera geärgert, weil sie seine hervorragenden und unschlagbaren Kartenlese- und Orientierungsfähigkeit chronisch unterschätzte
...meisten hat sich Vera über Wegi geärgert, weil er in einem ständigen Chaos durch die Welt wandelt und dabei (total unwichtige:)) Sachen verliert (z.B. Memory Stick, Gepäcktickets, Natel, Sonnenbrille etc.)
...meisten geschwitzt: Ciudad Perdida (Col); Tikal (Gua)
...meisten gefroren (nur Vera hat gefroren): In den sinnlos überklimatisierten Bussen in beinahe allen Ländern
...meisten Blaateren an den Füssen geholt: Buenos Aires/Montevideo (es gibt Leute, die erkunden Millionenstädte zu Fuss:))
...meisten zum Denken angeregt: Minen von Potosí inkl. Film "The Devil's Miner" (Bol); Allgemein die grosse sichtbare (absolute) Armut; Der bolivianische Alltag (Aufklärung, Wissensstand, Rollenverteilung in der Familie etc., kennengelernt durch die vielen Gespräche mit den Sprachlehrern); Sicht-, riech- und spürbare (lokale) Umweltzerstörung (Abfall, Wasser, Luft)
...am meisten gehasst:
| Malditas Bodenwellen, dies hier mehr gibt, als Schnauzträger |
...sind immer noch zusammen und haben es auch weiterhin vor :)
...haben Spanisch gelernt
...zählen uns definitiv nicht zu den typischen Rucksacktouristen (Gesprächsthemen: Wo war der wildeste Ausgang? Wer hat das Krasseste/Gefährlichste erlebt? Wer reist am billigsten?). Nicht dass wir uns abgekapselt hätten, denn natürlich haben wir wundervolle Leute getroffen und Kontakte geschknüpft. Wir mieden halt einfach die grossen Partyhostels und Backpackerdiscos
...kommen wieder
...gehen wieder
...wie auch immer
...kommen immer wieder nach Hause
...sind unterschiedlich (hoffentlich doch!): Wegi z.B. ist gegenüber anderen Leute viel offener als Vera, die sich lieber zurückzieht
...haben das Gefühl, dass wir das "Rucksackreisen" im Griff haben
...mögen das Englische nicht so (definitiv Vera)
...sind schon so weit, dass es sich auf einer unter zweistündigen Busfahrt kaum lohnt, die Jacke auszuziehen
...fanden es etwas komisch, in armen Ländern über 5 Rappen zu verhandeln und verzichteten deshalb weitestgehend darauf
...müssen uns eingestehen, dass pro Person eigentlich ein 180 Liter Rucksack nötig gewesen wäre
VERA...
...trinkt Bier!
...ist Avocadosüchtig
...ist Käsesüchtig
...findet Justus Jonas klugscheisserisch
...verfügt über bei Mücken sehr beliebtes Blut
...schafft Ordnung
WEGI...
...ist Fussballsüchtig
...ist T-Shirt-süchtig
...hasst den FC Bayern München (das ist schon seit dem 26. April 1983 so)
...hat immer noch keine Ahnung, wies beruflich weitergeht
...kann auch Durchfall bekommen
...schafft Unordnung
