Dienstag, 1. November 2011

The Prophecy

Vorbemerkung: Zum Titel vergleiche die Ausführungen weiter unten, aber so etwas ist uns tatsächlich noch nie passiert... Zukünftig werden wir versuchen, in etwas kürzeren Abständen zu bloggen, dafür jeweils etwas weniger vollgepackt bzw. überladen.

Wir haben Uruguay nun nach gut 3 wunderbaren und ereignisreichen Wochen hinter uns gelassen. Lange haben wir nach einem einzigen passenden Prädikat für das Land gesucht, schlussendlich erfolglos. Natürlich verfügt Uruguay nicht über derart viele spektakuläre Sehenswürdigkeiten wie andere südamerikanische Staaten, trotzdem haben wir hier neben wundervollen Menschen eindrückliche Landschaften, eine köstliche Küche, lebendige Städte und ganz allgemein eine grosse Vielfalt genossen. Man fühlt sich sehr schnell richtig wohl und vor allen auch sicher. Als wir z.B. zum zweiten Mal im Bus Richtung Zentrum von Montevideo sassen, war das, als kämen wir zurück nach Hause.

Unser Aufenthalt in neuer Residenz war wiederum sehr angenehm, auch wenn sich weder die mürrische Belegschaft noch die extravaganten Gäste auf unserer Wellenlänge bewegten. Dies war bis anhin allerdings wirklich die Ausnahme. Die Zeit vertrieben wir uns mit Füsse wund laufen (Ihr möchtet sie weder sehen noch riechen). Und als hätten wir nicht genug der höllischen Schmerzen, stellten wir uns am Dienstag auch noch um 7 Uhr den Wecker für ein ausgedehntes Morgenjogging (Footing im Fachjargon). In der Tat eine wunderbare Erfahrung in einer beinahe menschenleeren Millionenstadt, steigt doch der Durchschnitts-montevideño erst gegen 9 Uhr aus den Federn.

Plaza Independencia
Teatro Solis

Chlykunscht
Parilla-Wahnsinn
Dito
Etwas schweren Herzens verliessen wir die Hauptstadt und fuhren der Küste entlang ins weltbekannte Colonia del Sacramento, eine kleine malerische Hafenstadt, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört und dies in unseren Augen auch verdient. Wir lassen an dieser Stelle die Bilder sprechen. Übrigens hatten wir auch hier grosses Glück mit unserer Unterkunft etwas abseits des Touristenrummels. Allerdings mussten wir etwas zittern, hatten wir uns doch naiverweise nur den Weg und nicht die exakte Adresse gemerkt. Weil uns auch die Einheimischen keine Hilfe waren, irrten wir fast eine Stunde lang mit all unserem Gepäck unter der brütenden Sonne durch die Strassen, ehe uns eine kleine Frau (die Besitzerin, wie sich sofort herausstellte) mit unseren Namen ansprach (wir hatten uns vorgängig per Mail nach einem Zimmer erkundet). Wir staunten nicht schlecht, waren aber verständlicherweise ziemlich erleichtert. Zu unserer Entschuldigung müssen wir hinzufügen, dass die Herberge mit keinem einzigen Wort beschriftet ist, nicht einmal auf dem Briefkasten.







Schule besucht Heladeria: Fiesta!

Chlapf
Zwöite Chlapf
Wullesou
Wenn Schuhe sprechen können
Und jetzt werden wir noch etwas kitschig, man darf es uns nicht verübeln:









Nun zum Titel dieses Blogeintrags: In unserem Hostel erlebten wir eines Abends eine Begegnung der besonderen Art. Es begann mit dem üblichen Traveller-Smalltalk (vo wo bisch? wohäre geisch?) mit einem ca. 50 - 60 jährigen, anfänglich überraschend zurückhaltenden, ehemaligen Amerikaner (damit will er nichts mehr zu tun haben). Rasch kam dieser auf die gegenwärtigen Misstände in unserer Welt (Umweltzerstörung, Klimaerwärmung, Kriege, Ausbeutung etc.) zu sprechen. Eine konstruktive Diskussion liess er hingegen gar nicht erst aufkommen, denn: Es ist zu spät! Ausführlich (und zwar ohne Punkt und Komma) wurden uns die Gründe dafür dargelegt. Und am Ende dieser Informationsflut stellte sich unser "Gesprächspartner" (allzuviel hatten wir eigentlich nicht zu melden) auch gleich noch ein zweites Mal vor: JESUS CHRIST himself! Und wir wissen nun auch, dass die Welt am 21. März 2014 untergehen wird bzw. dass uns dannzumal eine schreckliche Eiszeit inkl. nuklearer Verseuchung bevorsteht. Die ausführliche Version dieser Prophezeiung soll bald auf Youtube zu sehen sein. Dabei wird sicherlich auch gleich der einzig mögliche Ausweg präsentiert: Im Sinne von Noahs Arche sollen ca. 150'000 Menschen in kleinen, speziell ausgerüsteten (z.B. mit einem grossen Baum) Häusern in Pyramiedenform dieses Armageddon überleben. Ohne uns hier über jemanden lächerlich machen zu wollen, hat uns schlussendlich trotzdem nicht ganz überrascht, dass als Hauptbaustoff für diese Zeit nach unserer Welt Hanf dienen soll. 

Die Auflösung des noch laufenden Rätsels folgt im nächsten Blogeintrag. Wir bedanken uns aber schon jetzt für die witzigen und originellen Lösungsvorschläge. Es ereigneten sich mittlerweile bereits zwei weitere Missgeschicke: In unserem Hostel in Montevideo haben wir am ersten Tag schon einmal die Tür zu unserem Zimmer zerstört bzw. es war nicht mehr möglich, diese von innen (!) zu öffnen, da die Türfalle nicht mehr griff. Was würde wohl McGyver tun? Zum Glück sind wir beide mit einem Schweizer Sackhegu ausgerüstet und konnten das Schloss überwinden. Im Weiteren gesellte sich zu unseren sanitären Zwischenfällen am letzten Abend in Montevideo auch noch ein dank Veras Feingefühl geborstener Duschkopf. Mit etwas Tape liess sich dieser Vorfall jedoch vorübergehend verbergen... Zwei Tage danach landete ein freundliches Mail in Wegis Posteingang, in dem allerdings lediglich unser Besuch verdankt wurde. Glücklicherweise sind wir jetzt ja ausser Landes, und Interpol wird aufgrund der Schadenhöhe wohl kaum aktiv.

Hasta luego chicos!

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