Ja und so war es wirklich: Immerhin verbrachten wir fast eine Woche auf einer Höhe von 3700 - 4950 m ü.M., was der guten Stimmung jedoch nichts, aber auch gar nichts, abtun konnte.
Vera verpasste leider die spektakuläre Überfahrt von Salta nach San Pedro de Atacama. Dass für den Grenzübergang ein Pass auf 4400 m ü.M. gewählt wurde, gefiel Veras Kreislauf nicht besonders. Doch die Beamten hatten vollstes Verständnis und mithilfe von ein paar Cocablättern eines jungen Argentiniers schaffte sie es zurück in den Bus und nahm ihren Schlaf wieder auf. Und wir singen ein Loblied auf meine Kamera.
San Pedro de Atacama ist ein Ort nur für Touristen, aber trotzdem relativ hübsch und, wenn man weiss wie und wo, auch gar nicht so teuer. Wir verbrachten dort einen ganzen Tag auf dem Velo und durchsandeten völlig unwirkliche Wüsten- und Mondlandschaften mit skurrilen Felsformationen und riesigen Dünen. Danach war uns sonnenklar, weshalb die Täler bspw. Valle de la Muerte oder Valle de la Luna heissen. 7 Stunden netto verbrachten wir im Sattel und mussten gar noch Reifen wechseln, mitten im Nirgendwo.
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| Toni und Alex |
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| Leben auf dem Mond |
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| Als hätten wir nicht schon genug gelitten, bestiegen wir noch eine Düne |
Am nächsten Tag starteten wir unser 3-tägiges Jeep-Abenteuer nach Uyuni gemeinsam mit einem Pärchen aus Stuttgart, einer Brasilianerin aus São Paolo und einer belgisch-amerikanischen Doppelbürgerin, die in Dubai aufgewachsen ist. Ein wahres Dream-Team, wie sich im Velauf der nächsten Tage herausstellen sollte. Zusammen mit dem etwas mürrischen bolivianischen Fahrer Javier, gleichzeitig auch Führer und Koch (wir wurden vorzüglich verköstigt), bretterten wir durch unendliche Gebirgswüsten, Geysirlandschaften, unglaublich farbige und mit tausenden von Flamingos bestückte Lagunen und am letzten Tag quasi als Höhepunkt (mit Betonung auf Höhe) durch die mit Wasser geflutete Salar de Uyuni. Aber seht selbst:
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| Laguna x |
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| Geysire, schade kann man keine Gerüche posten |
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| Laguna Colorada |
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| Die am Meer bei 30 Grad erstandene Merino-Kappe inkl. Vera |
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| Hemmige, hallo? |
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| Arból de piedra |
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| Laguna y |
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| Dessert: Chupete |
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| Fast alles aus Salz |
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| Denker |
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| Gumpu |
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| Unschlagbar - wo ist der Bolivianer? |
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| Wir mussten einfach, alle anderen taten es auch... |
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| Im (siebten) Himmel |
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| Visionär |
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| Kommt später auf den Tisch |
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| Openair Schrott-Museum. Die noch fahrenden Züge sehen bisweilen ähnlich aus |
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| Da wohnen sie also, er und sein CH-Sackmesser. Vielleicht finden wir auch noch Chuck Norris, wer weiss! |
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| Hilft gegen und für beinah alles, und insbesondere "gegen" die Höhe |
Für Silvester begaben wir uns mit Sonja und Stephan (das deutsche Pärchen) nach Potosí, die offenbar am höchsten gelegene (Gross-)Stadt der Welt. Alles in allem eine wahrlich triste Stätte, auch wenn das koloniale Zentrum noch gut erhalten ist. Über der Stadt thront der von Minen durchlöcherte Cerro Rico, der leider nicht mehr wirklich
rico ist. Manche nennen ihn auch den Berg, der Menschen frisst. Nachdem wir am Jahreswechsel mit reichlich Getränk in einer Karaokebar (zumindest vordergründig, was sich am Ende des rot schimmernden Ganges abspielte, wollten wir gar nicht erst wissen, könnte aber auch ganz harmlos sein) versumpften, krochen wir am Neujahrstag in eine der ca. noch 500 in Betrieb stehenden Minen und erhielten einen kleinen Einblick in den unvorstellbar harten und bis aufs Äusserste ungesunden (Hitze, giftige Stoffe, Staub und sonstige Gefahren in den kaum gesicherten Stollen) Alltag eines Mineurs. Arbeitsmethoden und -bedingungen: Mittelalterlich. Da Feiertag war, arbeitete niemand in den Minen, was vielleicht auch besser so war. Allemal ein sehr nachdenklich stimmendes und unvergessliches Erlebnis. Unvergesslich? Es stellte sich heraus, das Wegi bei seinem ersten Besuch in Potosi 2006 genau in die selbe Mine gestiegen war (damals war sie aber logischerweise noch um einiges kleiner). Wer mehr über die Minen von Potosí erfahren möchte, dem sei der eindrückliche und gleichzeitig sehr traurige Film "The Devil's Miner" wärmstens empfohlen.
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| ? |
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| Am Rutschen |
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| Centro Potosí |
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| Das andere, triste Potosí mit Cerro Rico |
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| War etwas enganliegend (jedenfalls bei Vera) |
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| Da konnten wir noch halbwegs stehen |
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| Kompetenter Führer und ehemaliger Mineur Ronald mit Tío (Jefe einer jeder Mine, dem Opfer erbracht werden) |
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| Hatten genug nach ca. 3 Stunden, andere bleiben täglich über 12 |
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| Sehr vertrauenserweckend |
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| "Nur" Asbest |
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| Da bekommt Wegis Soldatenlaufbahn einen späten Sinn |
Am folgenden Tag kehrten wir Potosí den Rücken und fuhren (Vera mit einem sich wie eine Wachmaschine drehenden Magen) in einer Schüssel Richtung Sucre, wo wir nun für 3 Wochen eine Sprachschule besuchen. Zur Beruhigung: Vera ging es nach 2 hässlichen Tagen wieder gut. Sie konnte für umgerechnet sagenhafte 90 Rappen eine Antibiotika-Kur absolvieren, die (hoffentlich) all die Würmer, Käfer und sonstiges Ungetier beseitigt hat.
In Bolivien gefällt es uns bisher wunderbar. Das ärmste südamerikanische Land hat sich seit Wegis Erstbesuch 2006 ziemlich gewandelt. Die Modernisierung bzw. in den Augen einiger Einheimischer (wohl nicht ganz zu Unrecht) Amerikanisierung hat auch hier nicht Halt gemacht. So gibt es bspw. den Leggings-Trend, Preisschilder (märten ist auch nicht mehr das, was es einmal war), getunte Autos (überraschend viele, wie wir finden), WIFI auf öffentlichen Plätzen und vieles mehr. Gewisse Dinge sind aber unverändert: Eher traurige Tatsachen, wie die nach wie vor weit verbreitete Armut und die Umweltverschmutzung, aber auch Erfreuliches, wie die von Gemüse und Früchten hervorgerufene Geschmacksexplosien auf der Zunge!
Nun an alle Rätselfüchse da draussen: In Sucre gibt es an den meisten Kreuzungen Ampeln. Aus zwei Gründen sind diese (bzw. deren Sinn und Zweck sowie Wirkung) jedoch nicht mit den Unsrigen zu vergleichen. Die da wären...?
Aus meiner Reisenotiz:
AntwortenLöschen0. Ampeln sind bestensfalls eine Fahrempfehlung für die Autofahrer
1. Ampeln gibt es nur für Autofahrer, für Fussgänger keine
2. In Sucre sorgen die roten Ampeln für den Bushalt, einsteigen kann man nur wenn der Bus während einer Rotphase stoppt.
3. Häufig werden die Ampeln durch "menschliche Ampeln" direkt auf der Strasse ersetzt.
4. Die Rotperiode ist die Zeit der vendedores, Zeitungen werden verkauft, Schauspiele auf dem Zebrastreifen, Fensterputzer bieten ihre Dienste an...
viu Spass in Sucre, het übrigens e geute Tennisplatz det!
Hervorragend amigo! Und danke für den Tipp, wir zogen bisher allerdings die Volleyhalle vor (7 x in 9 Tagen!)
AntwortenLöschenSaludos
Neinei Gri, es isch sooo...
AntwortenLöschenTrotz Ample gälte zerst einisch d'Regle...
A. Dr Schneller isch de Gschwinder
u B. Dr Stärcher isch immer dr Stärcher
Nei Wegi, los nid uf de Gri, Fulbito isch besser. Isch zwar sackgföhrlich u huere asträngend i dere Höchi (de Sepp isch trotzdem en elände Warmduscher), aber macht trotzdem veel meh Spass