Hallo Blogeintrag Nr. 2!
Wie Ihr wisst, sind wir ja vor ca. 2 Wochen in Montevideo gestrandet, und wie! Montevideo war für uns:
- als würde eine Autobahn direkt durch unser Zimmer führen (trotzdem haben wir in der ersten Nacht nach unserer Ankunft, also nach der Nacht im Bus, bis am Mittag geschlafen!).
- als wäre hier ein richtiges Künstlermekka (die jungen Leute laufen hier jedenfalls so rum, als hätten sie ein Atelier im Progr, also in Röhrchenjeans und mit Mütze, Vollbart etc.).
- wenn die Uferpromenade zu einem ausgedehnten Jogging einlädt (und zwar nicht nur uns).
- wenn ein süsslicher Duft, der auch in der Schweiz oft allgegenwärtig ist, in der Luft liegt (der kleinere Bruder von Johann scheint sich in Montevideo niedergelassen zu haben).
- wenn ca. 80 Prozent (vielleicht etwas übertrieben, aber nicht viel!) mit unter dem Arm eingeklemmtem Thermoskrug und Matebecher ihren Alltag bestreiten (d.h. einkaufen, mit Hund Gassi gehen, geschäftig tun, auto-, töff- und velofahren, wahrscheinlich auch bergsteigen, schwimmen etc.).
- wenn in Montevideo im Rahmen der 200 Jahrfeier von Uruguay die ganze Stadtbevölkerung im Zentrum auf 5 verschiedenen Bühnen Konzerte meist südamerikanischer Musikgrössen (u.a. Gilberto Gil) und andere espectaculos, wie z.B. eine 20 Meter hohe goldene Marionette in der Form einer Frau, die über den Plaza Independencia durch die sicher 10‘000 Menschen wackelt, verfolgt und sich mit 1 litro Bierflaschen erfrischt (und natürlich mit mate, vgl. oben).
- wenn wir in einer winzigen Bar mit 3 einheimischen Buchhändlern und dem französischen Betreiber (ein Exil-Anarchist, jedoch mit intellektuellem Touch und definitiv kein Reithallenpunk) bis in die frühen Morgenstunden chupitos (=Shots) trinken und über Fussball und Politik diskutieren. Der auch so schon nicht ganz einfach zu verstehende Dialekt am Rio de la Plata wird allerdings mit steigender Anzahl getrunkener chupitos mehr und mehr zu einem Brummen und Rauschen.
- wenn der Busfahrer in ständigem Kontakt zu allen Fahrgästen steht, damit diese mit ihm "zusammenarbeiten", denn es wollen doch alle noch heute ihr Ziel erreichen: „Por favor colaboren muchachos y muchachas, sino nunca vamos a llegar a tres cruzes [die Endstation], por favor, adelante, hay gente que sube, muchachos y muchachas, por favor...“.
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| Festmahl im Bus |
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| 200 Jahrfeier |
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| Schlüsselbrunnen |
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| Hostel |
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| Bevorzugter Sitzplatz von Vera |
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| Irgendwie mussten wir das Loch in den Läden stopfen... |
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| Autobahn by night |
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| Agua caliente, jajajaja... (es war trotzdem warm) |
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| Promenade |
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| Altstadt |
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| Plaza Independencia |
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| Eisernes Training |
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| Zumindest der Mond durchbrach einmal die Wolkendecke |
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| Wo ist V? |
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| Frau mit Mateausrüstung, stellvertretend für Millionen solcher Bilder |
Nun, nach drei Tagen sind wir der Hektik und schlechten Luft entflohen. Ab an den Strand nach Punta del Diablo, relaxen, Sonne tanken und spörtlen war der Plan. Und damit ihr alle auch schön neidisch seid, hier ein paar Beweisfotos. Man beachte insbesondere Veras Eskim-ooutfit!
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| Auch in Uruguay gabs Unwetterschäden, nur stört es niemanden, es ist ja niemand da! |
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| Hostel |
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| "Nationalpark" (wir liefen, alle anderen fuhren einfach mit dem Auto/Töff/Töffli durch) |
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| Flora oder Fauna? |
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| Punta del Diablo |
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| Irgendwo hinten sind die Nierli, habs verdrängt... |
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| Kleidung nicht repräsentativ! |
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| Gabs zu Hauf |
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| Sommer! |
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| Seba, Guada, Tio, Lola & Lelo (Hunde) |
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| Mit etwas Zoom sieht man die Walflosse ganz gut |
Ok, Sommer war es garantiert nicht, auch wenn beinahe auf allen Bildern die Sonne zu sehen ist. Trotzdem haben wir hier ganze 7 Tage "ausgehalten". Denn der frische Wind (=chronisches Frieren von Vera) und die Sintflut am ersten Tag wurden durch wunderschöne Spaziergänge an den Stränden und im nahe gelegenen Nationalpark, durch feines, selbst zubereitetes Essen, durch anstrengende Joggings, ruhigen und tiefen Schlaf und ein unglaublich angenehmes Hostel mehr als wettgemacht. Man bedenke: Punta del Diablo ist im Sommer völlig überlaufen (die Bevölkerungszahl wächst gemäss übereinstimmenden Angaben der wenigen Einheimischen, die wir getroffen haben, von ca. 1‘000 auf 35‘000 an und es braucht drei Polizisten, um den Verkehr zu lenken), den Rest des Jahres jedoch einfach nur leer, was für uns einen besonderen Reiz ausübte. Im Übrigen logierten wir in einem Hostel der besonderen Art: Es hat zwar normale Gästezimmer, allerdings wohnt das Betreiberpaar (ein 34 jähriger Uruguayer und eine 26 jährige Argentinierin) ebenfalls im Hostel. D.h. insbesondere, man teilt sich das Wohn- und Esszimmer sowie die Küche. Zudem gingen Freunde und Verwandte ein und aus. So lernten wir den abuelo und den tio kennen, die beide sehr viel Leben in die Bude brachten und wurden auch zum samstäglichen asado eingeladen (Beginn: 23:00!).
Für die Fortsetzung unseres Uruguaytrips wählten wir dann eine etwas aussergewöhnliche Route. Der Reiseführer versprach eine zauberhafte Landschaft, die kaum je ein Tourist zu Gesicht bekommt. Über Chuy, Treinta y Tres und Melo gings nach Tacuarembo (2 Übernachtungen in Treinta y Tres und Melo). Wohl dank der fehlenden touristischen Erschliessung trafen wir sehr authentische und unglaublich freundliche Orte und Menschen an. Ausländische Touristen sind hier wohl wirklich eher selten: In Tacuarembo wurden wir lachend gefragt, was zum Geier zwei Schweizer eigentlich hier suchen. Schliesslich wusste dann nach ca. 7 Minuten der gesamte Busbahnhof von Tacuarembo, dass wir auf der Suche nach einer Busverbindung sind, die nur zwei Mal pro Woche angeboten wird. Wir haben uns darauf hin entschlossen, nach einer Nacht nochmals für zwei Tage nach Montevideo zu fahren und haben auch gleich ein Zimmer reserviert (in einem anderen Hostel als beim ersten Mal, merci Fischi für den Tipp!). Es bleibt zu betonen, dass das landschaftliche Panorama der letzten drei Tage tatsächlich ein Juwel fürs Auge war!
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| Justus, Peter und Bob für zwei (merci Gri) |
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| Sumpflandschaft (leider aus den Bus aufgenommen) |
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| Gamblen im Park von Treinta y Tres (merci Fabienne und Beni) |
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| Treinta y Tres (sehr einfallsreicher Ortsname...war aber muy linda!) |
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| Auch aus dem Bus |
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| Aus dem trockenen Bus (ca. 5 Min. danach sah man rein gar nichts mehr) |
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| Hostel mit vielen kleinen Spielereien (Montevideo) |
Abschliessend nun zu den Rätseln. Hier die Auflösung zum Letzen: Die wohl sinnloseste Investition in BA sind unseres Erachtens Abfallkübel. Es hat Haufen davon, sie sind jedoch alle leer und dies nicht, weil sie besonders häufig geleert würden, nein, sondern weil niemand Gebrauch davon macht und seinen Abfall irgendwo sonst entsorgt. Niemand konnte uns die für uns "richtige" Antwort liefern. Aber eure Ideen resp. Vorschläge waren alle sehr gut und kreativ. Wir sind (noch) gütig und geben allen einen Punkt.
Nun zum neuen Rätsel. In den letzten 3 Wochen sind uns bereits mehrere Missgeschicke unterlaufen. So z.B. zerstörte Wegi fast unsere Toilette, da er sich jeweils wie ein Walross, hinsetzte. Vera schaffte es dann später, den Spülkasten zu ruinieren. Oder Wegi liess sich beim asado seinen Teller mit dem gesamten Angebot füllen, darunter halt auch Blutwurst und Nieren (er hat jedoch alles rübis und stübis verputzt, Vera ist Zeuge!). Weiter wollten wir uns ein typisches Schweizergericht zubereiten, eine Rösti. Nur leider hatten wir nicht die angemessenen Pfannen und es endete im Desaster. Alles brannte an und der verkohlte Kartoffelmatsch landete im Abfall. Den Höhepunkt aller Missgeschicke leistete sich jedoch Vera, obwohl dank ihrer kriminellen Energie alles noch einmal glimpflich verlief. Wir möchten von Euch wissen, was genau vorgefallen ist. Hier einige Stichworte: Schlüssel, Bedürfnis nach Sicherheit, Handwerkergeschäft und murcksmurcksmurcks...
Bis bald, wir freuen uns immer sehr über Eure Kommentare, Mails, Nachrichten etc.!!!
P.S.: Wir geben vorerst noch keine Kommentare zu den Wahlen ab, nur soviel: Es ist immer herrlich, wie Toni B. eine Niederlage als Sieg darstellt. Mit einer solchen Einstellung lebt es sich sicher leichter:)
Vera hat sich auf der Toilette eingschlossen. Das Schloss ist wahrscheinlich zuvor noch niemals benutzt worden und funktonierte deshalb nicht mehr, als Verchen wieder raus wollte. Der Handwerker musste her und zu allem Übel war sie wahrscheinlich noch relativ spärlich bekleidet ;-).
AntwortenLöschenViel Spass euch beiden weiterhin.
ach man....der mit den Ghuederkuebel hab ich mir gedacht...aber halt zu spaet. same same in Bolivia. :-)
AntwortenLöschender mit der Toilette ist gut... :-D
Vera wollte das Zimmer abschliessen, damit in der Nacht niemand hereinkommen kann. Der Schlüssel liess sich nicht drehen und als sie es (ganz nach dem Motto "wenn es mit Gewalt nicht funktioniert, versuche es mit mehr Gewalt") mit etwas mehr Druck versuchte, brach der Schlüssel ab. So musstet ihr am nächsten Tag in ein Handwerkergeschäft, um einen neuen Schlüssel zu besorgen. Doch die Schwierigkeit war, den restlichen Schlüssel aus dem Schloss zu bringen (murcks, murcks...). Oder so ähnlich ;-). LG Fabienne
AntwortenLöschenKensch im Nachtbus - Düstere Gesellschaft, bärtige Männer, flatternde Hühner, spuckende Frauen, überfüllte Sitzreihen: Vera entscheidet sich ihren Rucksack per Schloss an der Gepäckaufhängung festzumachen. Sorgenfreie Stunden Schlaf winken, am Morgen das Erwachen! Leider kann Vera den Schlüssel zum Schloss nicht mehr finden, alles murcksmurcks vom starken Mann Diego Mio nützt nichts - Ein Zange aus dem Handwerkershop muss her, um den geliebten Rucksack mit all seinen tausend Sachen zu befreien.
AntwortenLöschenAls ihr auf einer Velo-Tour durch Montevideo wart, habt ihr eure geliehenen Fahrräder an einen Baum gestellt und -aufgrund des übertriebenen Sicherheitsbedürfnis ausserhalb der Schweiz- abgeschlossen, um am Märitstand der Colonia Suiza Emmentaler Käse zu kaufen. Während Vera noch bezahlte, beobachtete Wegi von Weitem, wie plötzlich ein Mann eure Velos schulterte und mit ihnen schnurstracks in der nächsten Garage verschwand. Ihr seid danach sofort zu diesem Garagentor gelaufen. Das Garagentor war jedoch verschlossen und nach mehrmaligem Rufen und Gepolter liess sich trotzdem niemand blicken. Lustigerweise entdeckte Wegi rechts von der Garage einen Haken, an welchem ein Schlüssel hing. Veras Mut, ihn am Tor auszuprobieren, wurde belohnt: das Tor liess sich öffnen! Potz Houzöpfu u Zipfuchappe...die Velos standen tatsächlich vor ihnen, waren jedoch an eine Werkbank angekettet. Glücklicherweise war die Garage so gut bestückt wie ein ganzes Handwerkergeschäft und Veras kriminelle Energie kombiniert mit Wegis Bärenkraft brach die Kette mit einer Riesenzange und schweisstreibendem Gemurckse entzwei. Seitdem verlasst ihr euch nur noch auf eure Laufschuhe oder den Bus.
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