Dieser Blogeintrag handelt von zwei Schweizern auf Achse und was unterwegs so alles passieren kann. Aus klimatischen und terminlichen Gründen liessen wir Peru nämlich rasch hinter uns und kommen auch in Ecuador rassig voran.
Beginnen möchten wir mit der Auflösung unseres Rätsels. Auch hier spielt die (Im)Mobilität die Hauptrolle. Infolge der heftigen Niederschläge kullerte ein Felsblock in offensichtlich nicht zu vernachlässigenden Grösse auf das Gleis der Eisenbahn. Bevor wir also das Tal verlassen konnten, mussten "Krethi und Plethi" diesen Stein zur Seite räumen, was rund 6 Stunden zu dauern schien.
Unsere nächste Station hiess Arequpia und wir hatten Grosses vor. Zuerst wollten wir den Colca Canyon (je nach Definition der zweittiefste Canyon der Welt) durchwandern und dann als HÖHEpunkt den El Misti-Vulkan (knapp 6000 m ü.M.) besteigen. Doch bereits der Taxifahrer nahm vorweg, was uns später verschiedentlich bestätigt wurde: Aufgrund des Wetters war beides nicht möglich, nicht zuletzt weil die Regenzeit dieses Jahr besonders heftig ausfällt.
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| Mercado. Immerhin scheinen die beiden Unglücklichen mit einem Lächeln auf den Lippen dem Tod entgegengesehen zu haben |
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| Touristin beim Besuch des Monasterio Santa Catalina |
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| Plaza de Armas, irgendjemand verkauft hier Taubenfutter, die Kinderlein freuts |
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| Eine Spur koloniale Romantik |
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| Strassenentwässerung der einfachsten Art: Mach die Strasse zum Bach! In der Stadt mit der wohl höchsten Taxidichte warteten wir in der Folge geschlagene 45 Minuten auf ein Gefährt und verpassten beinahe den Bus |
Bravo! Wir reagierten blitzschnell auf diese misslichen Umstände und nahmen bereits am nächsten Tag den Nachtbus nach Lima, ein gehobenes Exemplar sogar mit WiFi an Bord!
Lima war Wegi in eher hässlicher Erinnerung, wir wurden jedoch eines Besseren belehrt. Genächtigt haben wir in einem Family-Stay im modernen Miraflores (wohl die modernste Gegend in ganz Südamerika), weil wir hier unser Päckli aufgeben wollten und auch mit einem Jogging liebäugelten. Die „Strandpromenade“ ist wunderbar gestaltet, lädt zum Flanieren ein und ist mit Leuten geflutet. Bekanntermassen gibt auch das historische Zentrum etwas her. Und was Wegi in 2 Anläufen nicht geschafft hat, gelang uns hier auf Anhieb: Für 1.50 Fr. wurden wir auf einen Aussichtsberg gekarrt, und weil sich der Nebel verzog, konnten wir einen 360°-Ausblick auf die 10 Millionen Metropole geniessen. Das Jogging war übrigens a) wohl das schönste unserer Reise und b) ziemlich schwitzig (lang und heiss).
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| Miraflores |
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| Lichtspiel |
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| Endlich wieder etwas wärmere Temperaturen |
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| Plaza San Martin |
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| Plaza de Armas |
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| WiFi an Bord, Wegi freuts |
Ein weiterer Nachtbus brachte uns nach der Aufgabe unseres 10kg-Päckli (es ist bereits heil in der Schweiz angekommen, hoffentlich doch bei dem Preis!) an die Grenze zu Ecuador, die uns zwar aus den Socken gehauen hat, jedoch nicht so, wie man sich das normalerweise erträumt. Mehr dazu vgl. die kleine Geschichte am Endes dieses Eintrags.
Ecuador empfing uns mit wunderbaren, saftig grünen Landschaften, überraschend schönen Städten (allen voran Cuenca) und leider etwas mürrischen und teilweise gar unfreundlichen Zeitgenossen. Wir müssen auch zum ersten Mal auf unserer Reise immer sehr genau hinschauen, wenn wir etwas kaufen/konsumieren, denn regelmässig wird versucht, uns über den Tisch zu ziehen. Wir wissen uns aber mittlerweile relativ gut zu wehren.
In Cuenca genossen wir die wunderschöne Stadt mit dem sauberen (!) Fluss, den hinreissenden Nationalpark Las Cajas sowie etwas Erholung von den Strapazen der vergangenen Tage.
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| Beliebte Zwischenverpflegung: Frische Wassermelone vom Strassenstand |
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| Für die Eingeweihten: In Sojasauce eingelegtes Fleisch, begleitet von Reis, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Peperoni. Die Wirkung war (zum Glück?) nicht dieselbe wie 2008 |
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| Nationalpark Las Cajas |
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| Da lachten wir noch... |
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| ... da nicht mehr so |
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| Märliwald |
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| Wenn man schon stürzt, dann doch bitte in einen Kaktus! Wieder einmal war der Sackhegel (mit Pinzette) gefragt |
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| Oft benutzte Ausrüstung |
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| Resten-Verwertung im Regen |
Einen Zwischenstopp legten wir dann in Alausí ein, wo wir - ganz die Touristen - mit dem Zug die Nariz del Diablo hinabstürzten, und zwar im Zickzack (für Kehrtunnels fehlte wohl Wissen, Geld und Geduld).
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| Nariz del Diablo |
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| Effizientes Busfahren |
Und schon gings weiter nach Baños, wo der Karneval tobte und wir uns etwas Wellness in den vulkanischen Thermalbädern erhofften. So standen wir bereits um 5 Uhr am Morgen in der Schlange und waren damit keine Minute zu früh, denn als wir das Bad zwei Stunden später wieder verliessen, war mehr Haut als Wasser zu sehen. Faul wie wir halt sind, brachen wir sogleich zu einer 5-stündigen Wanderung auf und rundeten den Tag mit einem richtigen Schweizer Znacht ab. Das erste Mal auf dieser Reise erlagen wir der Versuchung (es hat überall Schweizer Beizen), und es hat sich gelohnt. Wir liessen zwar Fondue, Fondue chinoise und Olma-Bratwurst beiseite, die Röschti und das mit Gruyère überbachene Poulet (sowie Veras Rüeblichueche) mundeten allerdings hervorragend. Einzig die Konversation mit dem Bündner Chef war etwas ungewohnt, bestellten wir bis anhin doch immer nur auf español.
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| Fleischmassen |
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| Schweiz oder Ecuador? |
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| Wir und Baños |
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| Wie müde muss man sein...? |
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| Das cuy (Meersöili) lachte uns regelrecht an, doch wir lehnten dankend ab |
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| Karneval: Ein jeder ist Zielscheibe von Rasierschaum, Wasser und Farbpulver |
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| Wären doch alle Strassenschlachten so harmlos... Uns hat er übrigens knapp verfehlt |
Vor unserem Last-Minute Galapagos Trip meldeten wir uns für 5 Tage völlig von der Aussenwelt ab und erlebten Erstaunliches. Mehr dazu im nächsten Blogeintrag, sonst liest ja niemand mehr unsere Abenteuer.
Getreu dem Titel handelt das heutige Quiz von der Mobilität. Nennt uns doch bitte die Gründe, weshalb wohl die Ecuadorianer den Bus dem Auto oft vorziehen (wenigstens sie…).
Ah ja, und zum Schluss noch eine kurze Geschichte. Es waren einmal zwei nicht mehr ganz so junge Rucksacktouristen. Nennen wir sie Käthi und Mesüt. Mesüt entdeckt seit Kurzem übrigens regelmässig grauweisse Haare auf seinem Kopf, was ihm gar nicht passt. Die beiden halten sich zwar nicht für unschlagbar, zählen jedoch bereits auf einen gewissen Erfahrungsschatz was das Reisen zu Fuss anbetrifft.
Nun, es gilt wieder einmal eine Grenze zu überqueren. Aufgrund der Geschichten, die ihnen zu Ohren gekommen sind, eine der etwas gefährlicheren Sorte. Die zwei wissen jedoch, das mit etwas gesundem Menschenverstand grössere Probleme vermieden werden können. So begibt es sich, dass sie nach knapp 20 Stunden Busfahrt im Terminal der als sehr seriös geltenden Transportgesellschaft endlich ins Freie treten. Sofort heften sich drei junge Männer an Käthis und Mesüts Fersen, die angeben, für eben diese Gesellschaft den Anschluss jenseits der Grenze sicherzustellen. Käthi und Mesüt ahnen nichts Böses, befinden sie sich noch immer noch im privaten Termial der Busunternehmung und konnten sie doch auch beobachten, dass zumindest einer der drei Männer in diesem Terminal arbeitet. Nachdem ihnen mehrfach versichert wurde, dass man nichts bezahlen müsse, da es ja einzig darum gehe, den Anschluss zu gewährleisten, steigen sie mit den drei in ein bereitstehendes Auto und fahren direkt zu Grenze, um die Ausreiseformalitäten zu erledigen. Im Auto entwickelt sich eine lebhafte Diskussion über Dies und Das und den Reisenden wird ein ums andere Mal geschmückt mit blutigen Beispielen eingetrichtert, wie gefährlich die zu überquerende Grenze doch sei. In der Grenzstadt angekommen fährt das Auto durch einen etwas improvisiert wirkenden Kontrollposten und hoppala, 40 Franken "für die Sicherheit" werden verlangt. Missmutig bezahlen Käthi und Mesüt den Preis, obwohl sie auch einfach aussteigen könnten. Etwas später biegt der Wagen dann in eine verlassene Seitengasse ("hier ist es sicherer") ein und hält auf einem Parkplatz. Nun sollen Käthi und Mesüt die Tickets für den Anschlussbus bezahlen, 88 Dollar pro Person. Angesichts dieses offensichtlichen Abzockversuchs geht Mesüt in die Luft ("De **** madre!"). In der Folge lässt man die beiden gehen (O-Ton Käthi: "Nur noch weg von hier"), nicht ohne ihnen aber vorher unter Hinweis auf die auf einer Tafel vermerkten "offiziellen" Preise noch 40 Dollar für die Taxifahrt abzuknöpfen.
Etwas später sitzen ein niedergeschlagenes Käthi und ein wütender Mesüt in einem Cafe und lecken sich die Wunden bei einem kühlen Apfelsaft. Immer wieder lassen sie das soeben Erlebte revue passieren und es wird ihnen allmählich klar, was für einfache Opfer sie gewesen sein mussten. Beispielsweise registrierten sie kaum die Widersprüche, in die sich die Schlepper von Anfang an verstrickten. Auch leisteten sie bei den Zahlungsaufforderungen kaum Widerstand und zahlten anstandslos zumindest einen Teil des Verlangten, da ihnen schon ziemlich unwohl zumute war.
In den kommenden Tagen sollten Käthi und Mesüt noch oft über diese Ereignis diskutieren und sich über das eigene Verhalten erzürnen. Allerdings wissen die beiden, dass es wohl hätte schlimmer kommen können und dass sie, übermüdet wie sie waren, auf dem falschen Fuss erwischt wurden. Immerhin sind sie heute wohlauf und denken praktisch nicht mehr an die 80 Dollar, um die sie erleichtert wurden. Eine Erfahrung wars allemal, eine schlechte zwar, aber schliesslich lernt man bekanntlich genau daraus am meisten.
Hallo ihr beiden, da seid ihr ja voll erwischt worden. Regel Nummer 1: Sich möglichst bei der Busgesellschaft über den Ablauf am Zoll informieren, 2: Nie in ein anderes Fahrzeug steigen... aber das hört sich natürlich immer einfacher an, vor allem aus der Ferne!
AntwortenLöschenSolche Erlebnisse erzürnen, das kenn ich. Mir hat ein Taxifahrer in Lima völlig überteuert 30 Franken abgeknöpft. Es ist nicht der Verlust des Geldes, der Schmerz, sondern das Gefühl, trotz genügend Erfahrung ins Messer gelaufen zu sein.
Weiterhin viel Spass und bis bald,
Urs
jejejeje, genau das schild "4 horas - muy dificil" kenni nur zu gut. dr ranger im park nur het wöue wüsse, weli nationalität dasmr hei - a suizos, no problemas - het üs uf di tortur gschickt. abr zum glück bechuntme ja e super charte :-)
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